Die Geschichte der pod GmbH

Firmengebäude der pod GmbH aus Braunschweig
Firmengebäude der pod GmbH

Michehls Atelier wurde 1907 als kunstgewerbliches Atelier gegründet. Bald spezialisierte man sich auf die Werbung durch Fassadenmalerei und Außenreklame der neuen Filme an den Kinofassaden. Es folgte die Fahrzeugbeschriftung, erst mit Pinsel und Farbe, später im Siebdruck (Michehls Atelier ist die erste Siebdruckerei Deutschlands).

In den 1960er Jahren kam der Offsetdruck hinzu und es entstanden die ersten Displays. In den 1970er Jahren wurde in das Großformat (Druckmaschine und Verarbeitungsanlagen) investiert und die Entwicklung und Produktion von Displays steht seit dem im Mittelpunkt. Anfang 2005 übernahmen Lutz Bethmann, Jürgen Köhler und Michael Jung die Firma. Es wurde noch im Frühjahr eine neue Offset-Druckmaschine im sechser Format und eine eigene Druckvorstufe gekauft, um so zeitnah, flexibel und in bester Qualität produzieren zu können.

Anfang 2013 schied Jürgen Köhler aus dem Unternehmen aus und Roland Ulbrich übernahm seine Anteile am Unternehmen. Seitdem ist Roland Ulbrich neben Lutz Bethmann und Michael Jung geschäftsführender Gesellschafter.

Seit dem 01. Oktober 2014 ist Michehls Atelier GmbH nach erfolgter Umfirmierung unter dem Namen pod GmbH - point of display & offset bekannt.

Im folgenden erhalten Sie Auszüge aus unserer Firmengeschichte, die anlässlich unser 100 Jahrfeier in unserer Firmenchronik schriftlich niedergelegt sind.

1907 bis 1945

Wie alles begann…

Heinrich Michehl (* 1874, † 1936)
Heinrich Michehl (* 1874, † 1936)

Unter der Bezeichnung Michehls Kunstgewerbliches Atelier gründete Heinrich Michehl 1907 Braunschweigs älteste Werbemittel-Firma in der Humboldtstraße 3.

Ein Briefkopf aus dem Jahre 1926 bekundet, dass sich die Firma jetzt auch neben Reklamemalerei mit Theatermalerei und Bühnenaufbau beschäftigte. Über einen längeren Zeitraum entwarf das damalige Atelier die Bühnenbilder für das Braunschweiger Operettentheater und erwarb sich in Braunschweig und Umgebung einen Namen als Hersteller von Kino-Plakaten.

Die drei damals in Braunschweig bestehenden Ufa- Theater wurden wöchentlich mit neuer Außenreklame ausgestattet, die über die angesagtesten und neuesten Filme informierten. Das Lieferprogramm der Firma war bereits vielseitig und umfasste auch Schaufensterwerbung in zum Teil beweglicher Form, ebenso Giebelreklame, Festwagen für Umzüge, Werbestände für Ausstellungen, Glastransparente und vieles andere mehr, das in den Bereich der Werbung fiel.

Am 1. Februar 1936 erwarben Hermann Michehl, ein Neffe des Gründers, und Heinrich Bethmann, der erste Mitarbeiter der Firma, das Werbe-Atelier für 15.000 Reichsmark, zu zahlen in wöchentlichen Raten à 31 Reichsmark.

Die Produktionsstätte befand sich nun in der Nordstraße 7. Die Kinowerbung wurde auf Holzrahmen mit Leinenbespannung im Firmengebäude gemalt und dann auf Holzkarren zu den einzelnen Kinos gefahren. Dort wurde sie aufgehängt und nach Bedarf weiter dekoriert. In Kleinproduktionen wurden 1938 die ersten Displays hergestellt.

Mit dem Erwerb der Siebdruck-Lizenz war Michehls Atelier die erste Siebdruckerei in Deutschland.

1946 bis 1959

Nachkriegszeit…

Eschenburgstraße, 1953
Eschenburgstraße, 1953

Während des zweiten Weltkrieges wurde die Produktion von Werbemitteln selbst unter schwersten Bedingungen fortgesetzt. Zwischen 1946 und 1950 wurde der Betrieb von Heinrich Bethmann alleine weitergeführt, da Hermann Michehl bis 1951 in Kriegsgefangenschaft war. Erst ab etwa 1950 hatte sich das Leben so normalisiert, dass eine Weiterentwicklung des Unternehmens möglich wurde.

Das schwierigste Problem in den 1950er-Jahren war das Finden einer neuen Produktionsstätte. So war innerhalb von 14 Jahren an fünf verschiedenen Standorten in Braunschweig produziert worden, etwa von 1950 bis 1957 in der Eschenburgstraße und in der Celler Straße.

Gloria-Theater mit Kinowerbung und Wandgestaltung aus den 1950er-Jahren
Gloria-Theater mit Kinowerbung und Wandgestaltung aus den 1950er-Jahren

In diesem Jahrzehnt war – neben Kinowerbung – die Beschriftung von Außenfassaden, Firmenfahrzeugen und Fahrzeugen der Braunschweiger Verkehrs AG ein wichtiges Thema für Michehls Atelier. Per Siebdruck wurden Ende der 1950er-Jahre Schilder in größeren Auflagen produziert. Die Siebe wurden dabei unter primitivsten Umständen zuhause in Badewannen für den Druck vorbereitet.

1953 war unter Mitwirkung der beiden Braunschweiger Experten Michehl und Bethmann der Verband Deutscher Siebdrucker in Hannover gegründet worden.

Im Jahr 1957, zum Zeitpunkt der 50-Jahr- Feier, wurde an zwei Standorten produziert, im Sackweg/Mittelweg und in der Celler Straße.

Nach einem Brand fand 1958 ein Umzug in das alte Straßenbahndepot an der Eisenbütteler Straße statt. Hier wurde der Grundstein für den Offsetdruck bei Michehls Atelier gelegt. Die erste Offsetmaschine wurde 1959 aufgestellt und war eine Rotaprint R 30 1-Farben im Format DIN A3 mit einer Laufleistung von 4.000 Bogen pro Stunde.

1960 bis 1978

Entwicklung

Betriebsgebäude Weinbergweg 36
Betriebsgebäude Weinbergweg 36

Am 1. Januar 1960 wurde das neu errichtete Betriebsgebäude Weinbergweg 36 bezogen. Auf einem 2.312 Quadratmeter großen Grundstück wurde ein Neubau mit ca. 900 Quadratmeter Büro- und Produktionsfläche errichtet.

1967 war das Betriebsgebäude am Weinbergweg schon wieder zu klein geworden. In Bienrode wurde „Auf dem Anger“ ein weiteres Gebäude gefunden. Von nun an gab es zwischen den beiden Werken eine Aufgabenteilung.

Christa und Lutz Bethmann sen.
Christa und Lutz Bethmann sen.

Die Mitarbeiter im Weinbergweg waren zuständig für Lithographie, Sieb- und Offsetdruck, die Kollegen in Bienrode stellten Displays her und waren für die Aufgaben Verarbeitung und Versand zuständig.

1974 übernahm Peter Michehl, der seit 1961 im Betrieb tätig war, die Geschäftsführung von seinem Vater.

Lutz Bethman sen. ist 1948 in den Betrieb eingetreten und hat im Januar 1968 die Geschäftsführung von seinem Vater übernommen.

1979 bis 2003

Neue Möglichkeiten

Im Jahr1979 wurde das neue Betriebsgebäude in Veltenhof, Heesfeld 2, bezogen. Auf einem 6.500 Quadratmeter großen Grundstück wurde ein 3.200 Quadratmeter großes Firmengebäude errichtet. Die Produktion an zwei unterschiedlichen Betriebsstätten hatte sich nicht als praktikabel erwiesen.

Michehls Atelier Betriebsgebäude in Veltenhof.
Michehls Atelier Betriebsgebäude in Veltenhof.

Mit dem Umzug zog auch neue Technik ein. Drei 2-Farben-Druckmaschinen Roland Ultra im so genannten 5er-Format (89x126 cm) wurden ebenso angeschafft wie die ersten Fassonklebemaschinen. Die alte Prakma- Kaschieranlage wurde durch die Erste-Stock- Kaschieranlage ersetzt. Außerdem wurde der erste WUPA-Stanzautomat aufgestellt.

In den 1980er-Jahren wurden unter anderem für VW, Renault und Ford weitere MIDIWA’s hergestellt, die sich ausgezeichnet als Präsentationswerbemittel für Neufahrzeuge eigneten.

Michehls Atelier Displayausstellung
Michehls Atelier Displayausstellung

Um das neue Modell des Escorts in verschiedenen Ländern Europas vorzustellen, beauftragte Ford Michehls Atelier mit dem bis dahin größten Auftrag, eine entsprechende Display- Wand zu entwerfen und europaweit zu versenden.

Lothar Wenzig (Prokurist), Peter Michehl und Lutz Bethmann jun.
Lothar Wenzig (Prokurist), Peter Michehl und Lutz Bethmann jun.

Lutz Bethmann sen. schied 1991 aus dem Unternehmen aus. Peter Michehl übernahm als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter die Verantwortung. Das Foto ist von 1995 und zeigt von links Lothar Wenzig (Prokurist), Peter Michehl und Lutz Bethmann jun., der seit 1987 in der Firma tätig ist.

1994 fand ein weiterer technischer Umbruch statt, als die Roland 800 Vierfarben angeschafft wurde. Auch in den Siebdruck wurde kräftig investiert. Neben einem neuen Printmaster-Vollautomaten wurden eine Biofilteranlage und eine Abwasseraufbereitungsanlage gebaut. Die letzten beiden Investitionen waren Voraussetzung für den Erhalt des Ökoaudits. In diesem Zusammenhang wurde eine firmeneigene Umwelterklärung herausgegeben.

1979 bis 2003

Kaschieranlage
Kaschieranlage

Das 90-jährige Firmenjubiläum wurde am 20. Juni 1997 in einem großen Zelt gefeiert. Zu den Gästen zählten der damalige niedersächsische Innenminister Gerhard Glogowski und der Generalbevollmächtigte der Nord/LB, Dietrich Fürst. Zwei Musikgruppen sorgten für Unterhaltung.

Für herausragende Diplomarbeiten im Bereich des Instituts für Wirtschaftswissenschaften an der TU Braunschweig verleiht Michehls Atelier jährlich den Michehl Förderpreis.

Im Jahr 2000 wurden für die Markteinführung eines Sony- Handys innerhalb von acht Wochen 80.000 Dekopakete gefertigt. Von Braunschweig aus wurden sie weltweit verschickt. Das Volumen der Lieferung umfasste 35 komplette LKW-Züge.

Durch die Investition in eine neue vollautomatische Kaschieranlage mit einer Bogenleistung von bis zu 3.000 Bogen pro Stunde konnten ab November 2003 auch größere Displayaufträge und Verpackungen schnell und kostengünstig produziert werden.

ab 2004

Neuer Anfang…

Im November wurden Lutz Bethmann, Michael Jung und Jürgen Köhler Geschäftsführende Gesellschafter. Ihre erste Aufgabe bestand darin, eine neue Offsetdruckmaschine bei der Firma KBA zu bestellen. Im Mai 2005 wurde die KBA Rapida 142 5-Farben plus Lackwerk feierlich in Dienst gestellt, nachdem die 130 Tonnen schwere Maschine zuvor von sieben LKW-Zügen angeliefert und innerhalb von fünf Wochen aufgestellt worden war. Damit besaß Michehls Atelier die größte Bogen-Offset-Druckmaschine Braunschweigs. Mit Großflächenplakaten wurde anschließend in Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg und Hannover die technische Leistungsfähigkeit von Michehls Atelier beworben.

Neue Dimensionen…

Ein neuer Stanztiegel für das 7er-Format und eine neue Fassonklebemaschine mit einer Durchlassbreite von 2 m wurden im Jahr 2006 angeschafft. Für die Stanzabfallversorgung an der WUPA wurden ein Förderband und eine Ballenpresse installiert.

Neue Auftragsstrukturen erforderten technische Anpassungen. Ein schnellerer Durchlauf der Aufträge ab Dateneingang wurde notwendig. Mit Hilfe der Firma CtP Dienstleistungen wurde es ab Februar 2005 wieder möglich, Daten im eigenen Hause zu bearbeiten und Platten selbst zu belichten.

Werbemaßnahmen in jüngster Zeit waren ein Relaunch des Internetauftritts, ein neuer Displaykatalog von Michehls Atelier sowie Berichte und Anzeigen in diversen Fachzeitschriften. Außerdem wurden Planen von drei Lastwagen des Speditionsunternehmens Wandt mit Werbung von Michehls Atelier versehen.

Lastwagen des Speditionsunternehmens Wandt
Lastwagen des Speditionsunternehmens Wandt